Pauschale Schuldzuweisungen spalten – sie lösen keine Probleme

In der Gemeinderatssitzung am 29. Juli äußerte Herr Lindner (CDU) im Zusammenhang mit dem Antrag zum Beitritt der Stadt Walldorf zum Rainbow Cities Network eine pauschale Verbindung zwischen Queerfeindlichkeit und muslimischen Menschen.

Wir weisen diese Aussage entschieden zurück. Sie ist sachlich unbegründet und gesellschaftlich gefährlich. Wer eine ganze religiöse oder kulturelle Gruppe kollektiv verantwortlich macht, bedient islamfeindliche Denkmuster – und trägt aktiv zur Spaltung unserer Gesellschaft bei.

Queerfeindlichkeit ist eine reale Herausforderung – aber sie betrifft alle gesellschaftlichen Gruppen, unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Wer sie ernsthaft bekämpfen will, braucht Differenzierung, Aufklärung und konkrete Maßnahmen. Vereinfachungen und Schuldzuweisungen helfen nicht – sie schaden.

Besonders irritierend ist, dass solche Aussagen aus dem politischen Raum kommen. Gerade Verantwortungsträgerinnen und -träger müssen mit besonderer Sorgfalt und Sachlichkeit agieren. Pauschalurteile gefährden nicht nur das gesellschaftliche Klima, sondern untergraben auch die Glaubwürdigkeit politischer Arbeit.

Wir stehen für ein Walldorf, in dem niemand aufgrund von Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung ausgegrenzt wird. Differenzierung ist kein Zeichen von Schwäche – sondern Grundvoraussetzung für glaubwürdige Antidiskriminierung.

Akif Ünal, 1. Vorsitzender

Im Namen der Wählervereinigung „Zusammen für Walldorf e.V.“

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